Wie Super-Recognizer Gesichter wiedererkennen

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Meike sprach mit Constanze Alvarez vom Bayerischen Rundfunk über das Thema Super-Recognizer

Lavazza
15 Apr 2026

Den Beitrag findet man auf BR24 und im Podcast IQ - Wissenschaft und Forschung. Image credit: SRF

Super-Recognizer erkennen ein Gesicht in einer Menschenmenge wieder, selbst wenn sie es nur einmal vor Jahren flüchtig gesehen haben. Wissenschaftler versuchen herauszufinden, was bei Menschen mit dieser Fähigkeit im Gehirn passiert.[…]
Super-Recognizer erfassen mehr Informationen in kürzerer Zeit
Was sich im Gehirn eines sogenannten Super-Recognizers abspielt, ist noch weitgehend unerforscht. Entdeckt wurde das Phänomen der Super-Recognizer erst im Jahr 2009. Mehr oder weniger per Zufall, als man Betroffene von Gesichtsblindheit genauer untersuchte. Fest steht: Die Hirne von Super-Recognizern ticken anders. Bereits 70 Millisekunden nach dem sie ein Bild gesehen haben, unterscheiden sich ihre Hirnsignale von denen anderer Menschen mit einer durchschnittlichen Begabung zur Gesichtserkennung, erklärt Neurowissenschaftlerin Meike Ramon von der Berner Fachhochschule: "Dass das bereits 70 Millisekunden nach Reizdarbietung passiert, ist ein sehr deutlicher Indikator dafür, dass diese Fähigkeit mit der visuellen Wahrnehmung zusammenhängt."
Offenbar verarbeiten Super-Recognizer Gesehenes von Anfang an anders als Nicht-Super-Recognizer. Hinzu kommt: Für Super-Recognizer scheint es viel weniger relevant zu sein, ob ihnen ein Mensch, den sie sehen, persönlich bekannt ist oder nicht, sagt die Neurowissenschaftlerin Meike Ramon: "Sie sehen einmal das Bild einer unbekannten Person, und können den Abgleich zu einem anderen Bild, das vielleicht anders belichtet ist, in der die Person älter ist, oder vielleicht geschminkt, viel effizienter durchführen." […]